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Roger Kausch

 

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Roger Kausch

Schicht um Schicht …..

Beobachten, Schicht um Schicht befragen, reflektieren und neu definieren, so könnte man verkürzt die Arbeitsmethode von Roger Kausch beschreiben. Im Medium der Zeichnung und Malerei hinterlässt dieser Prozess auch Spuren von Zeit: Hier die offen ablesbare seismographische oder dort die kaum noch erahnbare in den Schichtungen jahrelanger Um- und Fortschreibung zusammen gedrängte Zeit.

Im Video ist der Zugriff auf die zeitliche Dimension direkter: Verknappung, Verlangsamung und die Betonung von Bildraum, Perspektive, Standpunkt des Betrachters, Bewegung der Kamera sind die Mittel einer durchaus auch spielerischen Suche nach dem magischen Moment. Der wache Blick durch die Kamera auf die uns umgebende Welt zeigt wie diese erst durch unsere Aufmerksamkeit zum Sprechen kommt. Er gilt den Anstrengungen des Menschseins, seinen Artefakten, Werkzeugen und Strategien in denen Spuren davon freigelegt werden mit welchen Emotionen, Wünschen und Hoffnungen diese aufgeladen sind.

Mit der Zerlegung des Videostreams zu Einzelbildsequenzen werden Bewegungsabläufe so unter die Lupe genommen, dass sie verborgene Choreographien offenbaren und tendieren im Rhythmus ihrer Anordnung zu einem musikalisch-tänzerischen Ausdruck. („smack-movie“) Bei den Videos für die es ein akustisches Pendant gibt kann sich dies zur Bildregie konträr verhalten: in „opium“ beispielsweise, das ausschließlich mit Livemusik gezeigt wird steht die ihr eigene Zeit und Offenheit von improvisierter Musik dem an sich abgeschlossenen Werkcharakter von Videoproduktionen gegenüber. Andere wie „NYC passage“ und „Wayang latian“ sind mit „pure-data“ realisierten Klangkollagen kombiniert.

In den unterschiedlichen Disziplinen verdichtet Roger Kausch aus den herausdestillierten Materialien Werke die ihre Spannung aus dem unaufgelösten Konflikt zwischen Skepsis und Zauber ziehen. Schmal ist der Grat, die Einlassung in den Traum bleibt gefährdet. Die Umdeutung der Materialien und Strategien münden in eine Verführung zum Bild, in eine fragile Illusion, die sich immer wieder neu der Befragung und kontinuierlichen Verweisen auf die Materialhaftigkeit ausgesetzt sieht.

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Layer for Layer …..

To observe, to survey, to reflect and to re-define, layer for layer, is how Roger Kausch’s method might be described. In the media of drawing and painting, this process leaves behind temporal traces: here the openly readable seismographic time, there the hardly perceptible compressed time, traceable in layers of continual adjustment and re-writing over periods of years.

In video work, access to the temporal dimension is more direct: austerity and deceleration, as well as placing emphasis on image space, perspective, the observer’s position and camera movement, are all means of a playful search for the magical moment. The alert view through the camera onto the world surrounding us shows how this world only comes to speak to us as a result of the attention we give to it. Kausch’s videos are committed to the exertions of being human and to human artefacts, tools and strategies, aiming to reveal the emotions, desires and hopes these are charged with.

Through the fragmentation of the video stream into single image sequences, processes of movement are made to expose their hidden choreographies. The rhythm of their arrangement gives them the expressivity of music and dance. (“smack-movie”)  When the video works feature an acoustic element, it is often placed in an oppositional relation to the images: in “opium”, for example, presented exclusively with live music, the time and space opened up by the improvised music is juxtaposed to the finished work-character of the video. Other pieces, such as “NYC passage” and “Wayang latian” are combined with sound collages realised as “pure data”.

In different disciplines, Roger Kausch uses distilled materials to compact works which draw their tension from the unresolved conflict between scepticism and magic. In doing so, he moves along a fine line: the immersion into the dream remains threatened. The re-interpretation of the materials and strategies leads to an enticement with the image as a fragile illusion which continually sees itself confronted anew with doubt and questioning as well as with persistent references to a work’s materiality.

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Lebt in München und einem kleinen Dorf im Allgäu

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