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Ausstellung: Georg Gaigl – A Shor Shi Show

ERÖFFNUNG FREITAG 14.02.2025 19.00 h
PERFORMANCE REMEMORY von FUTUR.X 19.30 h

66 BILDER METAMORPH.DIARY +
PORTRAITSERIE #ME +
WALLPANEL RECREATION +
PHASETRACE VIDEO INSTALLATION WABI SABI EUMEL

SA 15.02.- SO 23.02.2025
MO-FR 14.00 -18.00 Uhr
SA-SO 12.00 -19.00 Uhr

EINTRITT FREI + BARRIERE FREI

AUSSTELLUNGSRAUM ORANGERIE
AM ENGLISCHEN GARTEN 1A , 80538 MÜNCHEN,
NÄHE CHINESISCHER TURM

Unterstützt von epodiumgallery.com, futurpunktx.com

Video-Arbeit „phasetrace two-second-flicks“ von Georg Gaigl ist für den Videodox Förderpreis nominiert

Herzliche Einladung zur Ausstellung für Videokunst – „12 − 24 okt 2021“ – in der Galerie der Künstler*innen, Maximilianstraße 42, München
Zum vierten Mal lädt VIDEODOX zur großen Videokunstausstellung
in die GALERIE DER KÜNSTLER*INNEN
ein. Zwanzig Positionen von Künstler*innen aus Bayern,
die das bewegte Bild als Ausdrucksmittel des
künstlerischen Schaffens inszenieren, sind für den
VIDEODOX Förderpreis nominiert.

galerie der künstler*innen

Maximilianstr. 42, München
Eintritt 3 (1,50) €Öffnungszeiten Mi – So 11 – 18 Uhr | Do 13 – 20 Uhr
Sonderöffnung Di 12 Okt 13 – 19 Uhr

phasetrace by Georg Gaigl

watching phasetrace

Auf Instagram zeigt Georg Gaigl in 12 Bildern in zwei Sekunden seine „two-second-flicks“ im neuen Format von minimalistischen Filmskizzen. Die handelnden Figuren sind freigestellt vor einem monochromen Hintergrund. Die Titel sind oft verfremdete Zitate wie zum Beispiel saying alive und werden auf der begleitenden Tonspur eingesprochen sowie manchmal auch im Film grafisch wiedergegeben. Die Sujets bestehen aus mehr oder weniger deutlich erkennbaren Bezügen zu aktuellen Themen der gegenwärtigen Medienlandschaft. Bei phasetrace – was formal auch eine Reminiszenz zu Georg Gaigls Zeit als Videojockey darstellt – orientiert er sich an die Bildfolgen von Eadweard Muybridge, der mit seiner Chronofotografie die Bewegungen eines galoppierenden Pferds im Bild festhielt, um sichtbar zu machen, was außerhalb der menschlichen Wahrnehmungsfähigkeit liegt. Aber vermutlich sind die flicks dem von Muybridge später entwickelten Zoopraxiskop noch ähnlicher, mit dem er die einzelnen Aufnahmen auf einer Leinwand als Bewegungsverlauf darstellte. Aber egal von welcher Seite man sich den kurzen Sequenzen annähert: man hat es hier mit einer filmischen Form des Auslassens zu tun, die Lücke wird zum Prinzip. Auf seiner Website fügt Gaigl den Untertitel „communicating the future“ hinzu. Das provoziert die Vorstellung, dass, wenn in ferner Zukunft diese Dateien ‚gelesen‘ werden, aus diesen bewusst lückenhaften Bild-Informationen variable, instabile Konstruktionen über unseren Alltag möglich sind. Vergleichbar zum großen Vorbild aller Memoria-Kunst, dem Mnemosyne Atlas des Kunsthistorikers Aby Warburg, sind diese Kürzest-Filme Teil eines kulturellen Gedächtnisses, die in einem Mix aus Bild und Ton jede Festschreibung verunmöglichen: sie sind ein spielerischer Umgang mit Auslassungen, Ähnlichkeiten und Differenzen. Mit dem kollektiven Bewusstsein und vor allem mit dem kulturellen Gedächtnis beschäftigt sich auch der portugiesische Künstler Julião Sarmento. Seine bewusst fragmentarisch gestalteten Zeichnungen sind in einer Ästhetik gehalten, die man mit den Figuren in phasetrace vergleichen kann – zum Teil gibt es nur Umrisse von Personen ohne Gesichter, die gleichzeitig verschwinden und wieder erscheinen – und wie bei Gaigl könnte es sich manchmal um ein Fragment aus einem film noir handeln. Beide – Sarmento und Gaigl – benutzen visuelle Quellen, die sich aus einer persönlichen Ikonographie sowie aus einem gemeinsamen kulturellen Gedächtnis speisen. Der neutrale monochrome Bildhintergrund der flicks wirkt wie ein Palimpsest des Ungesagten, der Abwesenheit. Georg Gaigl benutzt – nach Umberto Eco – das ‚offene Kunstwerk‘ als Drehbuch, das fordert Interpretationen und erlaubt Ambiguitäten. Das Kunstwerk ist nur ein Echo, ein Detail. Wie viele spielerisch anmutende Werke verbinden die flicks eine gewisse Attitude der Lässigkeit mit engagierter Gedankentiefe. Die Bedeutung liegt hinter einer Bilddatei.

Andreas Backoefer

Georg Gaigl: metamorph.diary

KONTEXT

Erinnerung gleicht einem Schock.                  Memory is like a shock.

Die Erinnerung an einen bestimmten Tag speist sich oft durch ein besonderes Ereignis, das verbunden ist mit Bildern aus Zeitungen, Nachrichtensendungen oder Online-News. Die angestoßene Erinnerung befreit Assoziationen und setzt sie zum individuellen Leben in Beziehung.Jedoch bleibt der Rückblick nicht wie eine Momentum stehen, sondern vollzieht sich als einzigartiger Prozess im Einfluss von emotionalen Erfahrungen und prägenden Erlebnissen. Die Erinnerung befindet sich stets im Fluss. Das Bild davon ist gleichsam eine oszillierend schillernde Oberfläche, die sich fortwährend ändert, unscharf wird und im nächsten Moment sich wieder aufklärt und Augenblicke der Wahrheit preis gibt.

Täglich erfolgt zu einem Newsclip eine bildliche Transformation.

Eine filmischen Information, zum Beispiel ein Newsclip, wird zu einem statischen Bild transformiert.

Durch digitale Bearbeitung und Manipulation entsteht eine Umdeutung und Verschleierung der Filmquelle. Diese kann aber über den zu jedem Bild beigefügten verlinkten QR-Code eingesehen werden.Dadurch kann beim Betrachten des Bildes ein gewonnenes ästhetisches Empfinden beträchtlich gestört und verwirrt werden, sobald der Inhalt des Videos bekannt wird.

Ebenso ermöglicht es auch einen positiven Schock, der eine besondere, vielleicht persönliche Beziehung zu dem Bild entstehen lässt.

https://www.georggaigl.de/

New Artist at epodium gallery: Georg Gaigl

gaigl16

1968 born in Erding, Germany
1991-1993 LMU Munich
1993-1997 Academy of Fine Arts Munich
1996/97 Grant »DFJW«, Angers, France

The central themes in his pictures are the “softfacts”-the thoughts, the awareness of life.
In a surprising way he joins textures, landscapes, contemporary and historic photos of persons, houses, objects, landscapes and even words.
He has created his very own artistic technique – Décalcage.
Digital prints were attached to woodenboards by adhesive.
It’s the work done by hand that makes the décalcage a unique technique. Additionally it gives them an aesthetic presence and a painting-like structure and quality.

(Photo Credit : Masayuki Nagata)

 

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